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Trainingsvideo »Jugendliche aktivieren: Motivation wecken«

Grafik zur Veranschaulichung des Bereiches Videos unseres Hybriden Lernraums. Ein Pfeil zeigt auf ein Notebook, auf dem ein Fenster zu erkennen ist, in welchem ein Video abgespielt wird. Das Notebook steht dabei vor einem Werkzeugkasten.

Trainingsvideo mit Guido Hunze

Zusammenfassung des Videos

  • Motivation ist dynamisch. Sie wird kontinuierlich neu bewertet und eingeschätzt.
  • Emotionen, Erinnerungen und Beziehungen spielen eine wichtige Rolle. Alte, negative Zuschreibungen zu Lernsituationen können Sie gezielt neu und positiv besetzen.
  • Geben Sie Verantwortung ab, bieten Sie individuelle Anschlusspunkte an Aufgaben und steigern Sie die Selbstwirksamkeit der Schülerinnen und Schüler.

Machen Sie sich bewusst:

  • Motivation ist keine unveränderliche Eigenschaft, sondern etwas, auf das Sie Einfluss nehmen können.
  • Auch Sie müssen sich manchmal motivieren. Reflektieren Sie Ihre eigenen Motivationen und seien Sie transparent.

Jugendliche aktivieren: Motivation wecken

»Um Jugendliche zu motivieren, reicht ein gelungener Unterrichtseinstieg.« Solche pauschalen Aussagen kennt unser Videoreferent, Dr. Guido Hunze, gut. In seinem Trainingsvideo erklärt er deshalb das tatsächliche komplexe Zusammenspiel der Faktoren, die auf Motivation einwirken. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Lehrer und Akademieleiter bringt er außerdem konkrete Tipps mit, wie Sie auf die Motivation von Schülerinnen und Schülern Einfluss nehmen können – und so für Aktivierung sorgen. Und er zeigt, dass die Chance nach einem vergeigten Unterrichtseinstieg noch lange nicht verpasst ist.

Referent Guido Hunze

Dr. Guido Hunze

Referent Guido Hunze

Dr. Guido Hunze

Guido Hunze ist als Akademischer Oberrat an der Universität Münster in der Lehrkräftebildung mit dem Schwerpunkt »Verknüpfung von Theorie und Praxis« tätig. Darüber hinaus ist er seit langer Zeit als nebenamtlicher Lehrer und Akademieleiter der Deutschen SchülerAkademie aktiv.

Motivation: die Grundlagen

Diese Prozesse entscheiden über Motivation

Motivation ist keine Eigenschaft, sondern wird von Kognition, Emotion und dem neuronalen Belohnungsnetz ständig neu eingeschätzt. Dementsprechend können Sie darauf Einfluss nehmen. Einfach gesagt: Ihre Schülerinnen und Schüler tun das, was ihnen in einer Situation die größte Belohnung für möglichst wenig Aufwand verspricht. Die Belohnung kann sich dabei auf den Prozess selbst oder auf das Ergebnis beziehen. Entscheidungsvariablen können sein:

  • Wie sinnvoll oder nützlich ist es?
  • Wie hoch ist das Risiko?
  • Wie lange dauert die Anstrengung?
  • Wie attraktiv ist die Belohnung?

Zum Abschätzen wird das Gedächtnis verwendet – also Erinnerungen an ähnliche Lernsituationen. Die Herausforderung besteht darin, dass Lernsituationen als langweilig oder anstrengend abgespeichert sein können. Entscheidungsvariablen der Schülerinnen und Schüler, auf die Sie Einfluss nehmen könnten, wären:

  • Wie relevant ist das für mich und meinen Alltag?
  • Kann ich das in der Zukunft gebrauchen?
  • Macht es Spaß?
  • Arbeite ich mit Menschen zusammen, mit denen ich gerne Zeit verbringe?

Tipp: Überraschen Sie die Schülerinnen und Schüler und durchbrechen Sie gewohnte Routinen. So lösen Sie ursprüngliche Verknüpfungen. Zusätzlich können Sie im Gespräch herausfinden, welche positiven Lernerinnerungen es zum Anknüpfen gibt.

Die Rolle von Emotionen und Beziehungen für Motivation

Wichtig ist, dass Lernende ein positives Verhältnis zum Lernen und zum Gelernten entwickeln. Dafür ist es wichtig, dass sie sich wohlfühlen. Dabei spielen Emotionen eine Rolle. Diese Rolle spielen sie im Entscheidungsprozess: 

  • Erinnerungen: Emotionen moderieren Erinnerungen. Diese wiederum gewichten die Entscheidungsvariablen.
  • Gefühlslagen: Aktuelle Stimmung (aufgrund von gerade Erlebtem oder körperlichem Zustand)
  • Anspannungen: Negative Anspannungen durch Druck, Schulstress oder auch Probleme zuhause in der konkreten Situation (Druck), aber auch positive wie Neugier spielen eine Rolle.
  • Beziehungen zwischen Lehrperson und Lerngruppe: Im besten Fall ist die Beziehung durch wechselseitiges Vertrauen, Wertschätzung, Offenheit und transparente Kommunikation geprägt. Schaffen Sie Gesprächssituationen und kommunizieren Sie auch über sich – dafür könnten Sie auch Aufgabenstellungen nutzen. Spiele und Warm-ups helfen zusätzlich beim Kennenlernen. In unserem Methodenkoffer finden Sie eine Vielzahl an Eisbrechern mit Anleitungen zum direkten Einsatz im Unterricht. Zu den Methoden.

Impulse zum Trainingsvideo

So aktivieren Sie Jugendliche

  1. Verantwortung teilen: Lassen Sie Schülerinnen und Schüler als Expertinnen und Experten ihrer Motivation selbst Verantwortung übernehmen (für Erfolge wie Scheitern). Dafür müssten Sie aber gegebenenfalls Ihre Rolle verändern. Entscheidend ist an der Stelle die Haltung: Was trauen Sie ihnen zu?
  2. Selbstwirksamkeit stärken: Wenn Schülerinnen und Schüler überzeugt sind und auch erleben, dass ihre Handlungen wirkungsvoll sind, fangen Sie sie eher an. Dies geht Hand in Hand mit Verantwortungsübernahme.
  3. Eigene Motivation: Reflektieren Sie Ihre eigene Motivationsgeschichte und teilen Sie dies transparent. Es hilft, wenn Schülerinnen und Schüler sehen, dass auch Sie stets lernen und sich dafür motivieren. Hilfreich ist es auch, wenn die Schülerinnen und Schüler merken, dass Sie etwas von ihnen gelernt haben. Machen Sie doch vielleicht am Ende des Schuljahres einen Rückblick, was Sie selbst von wem gelernt haben. 

Angebote für heterogene Lerngruppen schaffen

Ein Faktor für Motivation war die Frage, wie relevant ein Thema für einen selbst ist. Mit den folgenden Stellschrauben können Sie Aufgaben individueller gestalten: 

  1. Anspruchsniveau von Informationen und Aufgabenstellungen
  2. Angebotene Zugänge und Lernwege: Optimal wäre es, wenn die Lernenden ihre Lernwege selbst aussuchen könnten. Da dies mit viel Arbeit verbunden ist, könnten Sie mit kleinen Teilen des Weges beginnen und beispielsweise im nächsten Jahr etwas hinzufügen.
  3. Erfahrungen: Formulieren Sie Aufgabenstellungen so, dass die Lernenden die Aufgabe so anpassen können, dass sie zu ihren eigenen Erfahrungen passt. Manchmal reicht es auch, die Ziele und den Sinn der Aufgabenstellungen und Lernwege transparent und diskutabel zu gestalten.
  4. Sprachliche Aspekte: Verständlichkeit (Satzbau, Fachsprache, Komplexität) und Beheimatung in der Sprache bei Deutsch als Zweisprache

Jetzt loslegen: Erste Schritte

Sofort

Legen Sie eine Tabelle an, die Sie nach und nach auf der Grundlage von Beobachtungen und gezielten Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern befüllen. Die Tabelle enthält folgende Fragen: 

  • Was habe ich von ihr oder ihm gelernt?
  • Was motiviert sie oder ihn?
  • Was hindert sie oder ihn am Lernen?
  • In welchen Situationen erlebt sie oder er Selbstwirksamkeit?

Nächste Woche

Gehen Sie eine Unterrichtsstunde pro Schultag in Gedanken durch und überlegen Sie: Was muss ich wirklich selbst tun und was könnten Schülerinnen und Schüler übernehmen?

Nächster Monat

Überlegen Sie sich für jeden Tag eine Aufgabenstellung, in der die Lernenden etwas von sich erzählen und die Sie ebenfalls beantworten können. 

Download

Hier finden Sie die Tabelle zum Download und zum direkten Einsatz im Unterricht. 

Zum Weiterlesen

Götz, Thomas: Emotion, Motivation und selbstreguliertes Lernen; Paderborn, 2017.

Grund, Axel, Steuer, Gabriele: Motivation und Selbstregulation: Theoretische Grundlagen und ihre Anwendung in Lernkontexten; Paderborn, 2023. 

Sliwka, Anne / Klopsch, Britta: Deeper Learning in der Schule: Pädagogik des digitalen Zeitalters; Weinheim, 2022.

Grafik zur Veranschaulichung des Bereiches Literatur unseres Hybriden Lernraums. Ein Pfeil zeigt auf drei Buecher, die neben einem Werkzeugkasten stehen.

Weitere Beiträge im Hybriden Lernraum

Hybrider Lernraum

Die Trainingsvideos sind Teil des Hybriden Lernraums. Hier finden Sie für Ihre Arbeit in Schule oder an außerschulischen Lernorten Informationen und Praxistipps aus Wissenschaft und Praxis – als Texte, Methoden, Podcasts, Videos oder Workshops.

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